Einwanderungsland
Zwei Ereignisse haben im Frühjahr dieses Motiv in mir wachsen lassen.
„Wir Deutschen kennen das Gefühl, aus Trümmern eine neue Welt aufzubauen.“ Dieser Satz aus einer Sonntagspredigt im Berliner Dom ließ mich aufhorchen. Kurz darauf besuchte ich im Deutschen Historischen Museum eine Ausstellung zur jüngeren Geschichte unseres Landes. Dort wird schnell deutlich, wie bewegt die deutsche und europäische Geschichte immer gewesen ist: freiwillige und unfreiwillige Wanderungsbewegungen, Flucht, Vertreibung, Migration und Auswanderung. Deutschland als Einwanderungsland, als vielfältige Gesellschaft – das ist keine neue Entwicklung, sondern Teil unserer Geschichte.
Ganz konkret bewegt mich dabei die Geschichte meiner Schwiegermutter. Auf der Flucht aus Bessarabien wurde sie geboren, auf dem Weg in der württembergische Provinz. An Ostern haben wir das Haus besucht, in dem sie und ihre Familie damals notgedrungen Zuflucht fanden. Für sie war das ein zutiefst bewegender Moment. Das Trauma der Flucht und die Erfahrung, in der Fremde lediglich geduldet zu sein, wirken bis heute nach.
Auch auf meiner eigenen Familie liegt der Schatten von Krieg, Flucht und Vertreibung. Ich habe nur noch vage Erinnerungen an eine Kindheit, in der auf dem Dorf Tiere in den Ställen standen. Die Erwachsenen jener Zeit hatten den Krieg erlebt. Aus den Schrecken dieser Erfahrung heraus haben sie dieses Land und seine Freiheit mit aufgebaut. Ihre Last war spürbar: eine tiefe Ernsthaftigkeit und das starke Gefühl eines „Nie wieder“.
Einwanderungsland
Zwei Ereignisse haben im Frühjahr dieses Motiv in mir wachsen lassen.
„Wir Deutschen kennen das Gefühl, aus Trümmern eine neue Welt aufzubauen.“ Dieser Satz aus einer Sonntagspredigt im Berliner Dom ließ mich aufhorchen. Kurz darauf besuchte ich im Deutschen Historischen Museum eine Ausstellung zur jüngeren Geschichte unseres Landes. Dort wird schnell deutlich, wie bewegt die deutsche und europäische Geschichte immer gewesen ist: freiwillige und unfreiwillige Wanderungsbewegungen, Flucht, Vertreibung, Migration und Auswanderung. Deutschland als Einwanderungsland, als vielfältige Gesellschaft – das ist keine neue Entwicklung, sondern Teil unserer Geschichte.
Ganz konkret bewegt mich dabei die Geschichte meiner Schwiegermutter. Auf der Flucht aus Bessarabien wurde sie geboren, auf dem Weg in der württembergische Provinz. An Ostern haben wir das Haus besucht, in dem sie und ihre Familie damals notgedrungen Zuflucht fanden. Für sie war das ein zutiefst bewegender Moment. Das Trauma der Flucht und die Erfahrung, in der Fremde lediglich geduldet zu sein, wirken bis heute nach.
Auch auf meiner eigenen Familie liegt der Schatten von Krieg, Flucht und Vertreibung. Ich habe nur noch vage Erinnerungen an eine Kindheit, in der auf dem Dorf Tiere in den Ställen standen. Die Erwachsenen jener Zeit hatten den Krieg erlebt. Aus den Schrecken dieser Erfahrung heraus haben sie dieses Land und seine Freiheit mit aufgebaut. Ihre Last war spürbar: eine tiefe Ernsthaftigkeit und das starke Gefühl eines „Nie wieder“.